Tobias Spichtig

Residency Mrz – Aug 2014
Pro Helvetia
http://www.tobias-spichtig.com/

TOBIAS SPICHTIG’s work is based on a discourse concerning images and their meaning—more specifically, the overwhelming presence of the media and the continuous availability of information, which contribute to the dissolution of time. His approach is based on material production. Concept and narration are abstracted and continually redefined. This creates symbolic works that present the historical and contemporary as the bases of a radical presence.

Supporting institution Pro Helvetia, Zurich, Switzerland

Residenz Bericht
AIR Berlin März August
2014
Tobias Spichtig
Berlin, 20. August 2014
Einleitung
Relativ kurzfristig wurde ich für diese Residency persönlich von Susanne Kriemann angeschrieben und
eingeladen. Ich kannte die Residency bereits durch befreundete Künstler und Kuratoren. Es brauchte
keine weitere Überlegungen zur Zusage, da ich die Arbeit von Kriemann sehr schätze und ich Berlin
bereits gut kannte. Berlin kam für mich als Wohnort zwar vorher schon in Frage, Vorurteile, auf die ich
nicht weiter eingehen werde, hielten mich jedoch von einem Hinzug ab.
Durch die Residency veränderte sich dieses Bild. Nicht nur, dass ich nach der Residency sowohl Berlin,
als auch Zürich als Arbeitsorte erhalten werde, sondern auch weil die Residency für meine Arbeit sehr
wertvoll war.
Kontakte
Ein zentraler Aspekt dieser Residency ist der Austausch und die Erweiterung des Netzwerks. Ich hatte
bereits einen Freundesund
Bekanntenkreis in Berlin vor dem Antritt der Residency. Dieser vertiefte sich
erheblich und die Zusammenarbeiten intensivierten sich. Da meine Praxis nicht primär auf Kollaboration
aufbaut, sind dies vor allen Dingen langzeitliche Zusammenarbeiten und Freundschaften, die meist auf
Distanz weniger intensiv funktionieren, wie wenn man vor Ort präsent ist. Ohne die Residency wäre diese
Konzentration nicht möglich gewesen und auch nicht passiert und hätte sich nicht ergeben. Zudem wurde
mein Wissen und Zugang zu Wissen stark erweitert, da der Kreis an Bekanntschaften und somit die
Arbeitsmöglichkeiten auch durch das zu tun und die hervorragende Betreuung der ResidencyInitianten
gefördert wurde.
Arbeit
1
Das neue Umfeld, sowie die unendlichen Ressourcen die Berlin zu bieten hat, erlaubten mir eine
konsequente Konzentration auf meine Arbeit. Nicht zuletzt zählt da auch die Wohn/Arbeitssituation dazu,
welche zur Verfügung gestellt wird.
In diesem halben Jahr konnte ich nicht nur neue kollaborative Projekte wie ein Theaterstück, eine
Performance und ein Musikalbum realisieren, sondern auch meine Recherchen bezüglich meiner
malerischen und Objekt basierten Praxis vertiefen, welche sich in einer intensivierten Schreibtätikgeit
erweiterte.
Konkret sind dies folgende Projekte:
Zusammenarbeit
New Theater
Mit den Künstlern Calla Henkel, Max Pitegoff und Paolo ThorsenNagel
realisierte ich ein Theaterstück
und eine Performance. Wir gründeten das New Theater Orchestra, mit welchem wir unter anderem im
Performance Programm der Liste Basel 2104 teilnahmen und am Hammer Museum in Los Angeles im
Frühling 2015 auftreten werden.
Musik
Album
Aus der Performance resultierte eine Einladung einen Tonträger zu realisieren, der sich zur Zeit in der
Planungsphase befindet.
Buch
Die Zeit in Berlin erlaubte mir eine langjährig geplante Publikation, welche als Foto/Textbuch im Januar
2015 erscheinen wird auszuarbeiten. Diese wird hauptsächlich in Zusammenarbeit mit der Kuratorin
Nikola Dietrich, welche ebenfalls in Berlin lebt, editiert. Wir befinden uns zur Zeit in Verhandlung mit
Verlagen.
Salon
Den Salon, welche die Residency beinhaltet, diente mir als Ziel meine Recherche in Bezug auf
Primitivismus und Astrologie als alternative Denksysteme zu vertiefen und wird im September in Berlin
stattfinden.
Malerei
Durch die hervorragenden Produktionsbedingungen konnte ich in Berlin neue MalereiArbeiten
realisieren,
welche einen wichtigen Bestandteil meiner Arbeit bilden.
Essays
Mit Bezug auf mein Research Thema von Primitivismus und Materialismus konnte ich einen ersten Essay
für den Ausstellungskatalog von Ed Atkins, der von der Kunsthalle Zürich realisiert wird publizieren.
Weitere Essays sind in Arbeit.
Radio
2
Auf Einladung von Pablo Larios (Redaktor Freeze DE,Kunstkritiker und Schriftsteller) wurden zwei Radio
Sendungen auf Berlin Community Radio in Zusammenarbeit realisiert. Dies führte zu einer längerfristigen
Zusammenarbeit, welche zum Ziel hat Radiosendungen über Künstler und Musiker zu produzieren. Für
das nächste Halbjahr sind 8 Sendungen geplant.