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World of Noon #3
 
@ Berlinische Galerie

22 Nov 2018
Berlin Senatsverwaltung für Kultur und Europa

© Zentrum für Kunst und Urbanistik

 

Über Urbanistik und den kulturellen Kalten Krieg

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Donnerstag den 22. November, 19:00 – 22:00 Uhr
Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128, Berlin

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mit:
Lene Berg (NO)
Carola Hein (DE)
Elian Somers (NL)
Olesia Vitiuk, Zentrum für Kunst und Urbanistik (RU)
Clemens Weise, Werkstatt Haus der Statistik (DE)

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Mit dem dritten Teil der Reihe World of Noon nehmen wir uns vor, unseren Blick so auf die Zukunft der Stadt zu richten, indem wir die Vergangenheit entwirren. Wir beginnen in der Stadt Berlin im kulturellen Kalten Krieg, dem diese Stadt in den Nachkriegsjahren ausgesetzt war. Im Fokus steht der Kampf der Ideologien zwischen Ost und West, welcher im Besonderen durch urbane Planung und architektonische Projekte ausgeführt wurde.

Zusammen mit ihrem Film “The Man in the Background“ und der Publikation Encounter: “Gentlemen & Arseholes“ wird uns die Künstlerin und Filmemacherin Lene Berg (NO, 1965) einen Einblick in das Kernstück eines amerikanischen Geheimprogramms für Propaganda geben: The Congress for Cultural Freedom (CFF), gegründet 1950 von der CIA in West-Berlin. “The Man in the Background“ konzentriert sich auf den CFF und die Rolle und das Schicksal seines Leiters Michael Josselson. “Gentlemen & Arseholes“ ist eine Wiederauflage eines Vorhaben des Kongresses CFF (The Congress the cultural journal Encounter).

Carola Hein (DE, 1964) ist Professorin und Leiterin für Architekturgeschichte und Stadtplanung an der Delft University of Technology. Sie wird über den urbanen Design-Wettbewerb Hauptstadt Berlin (1957/58) und seinen Gegenwettbewerb als kulturelle Instrumente der Politik des Kalten Krieges sprechen.1990 kuratierte sie in der Berlinischen Galerie die Ausstellung Hauptstadt Berlin. Sie ist die Hauptautorin des Hauptstadt Berlin, internationaler städtebaulicher ideenwettbewerb 1957/58 (Berlin: Gebr. Mann, 1991). Ihre gegenwärtigen Forschungsinteressen beinhalten die Übertragung architektonischer und urbaner Ideen mit einem speziellen Fokus auf Hafenstädte und der globalen Architektur von Öl.

Durch die Lecture-Performance der Künstlerin Elian Somers (NL, 1975) werden wir ihren Film in progress “A Stone from the Moon – Ecumenopolis“ kennenlernen, in welchem sie den Urbanismus der Hauptstadt Berlin auf eine weltweite Ebene ableitet. Ecumenopolis ist der Entwurf einer von dem Stadtplaner Constantinos Doxiadis (1913-1975) erfundenen, weltumfassenden Stadt der Zukunft. Der Film zeigt unterschiedliche Sichtweisen von Doxiadis umfangreichem Forschungsnetzwerk, seine These zu Ekistics sowie sein endgültiges Manifest Ecumenopolis, in und außerhalb des kulturellen Kalten Krieges. Doxiadis Ecumenopolis war eine urbane Erscheinungsform einer westlich orientierten Zukunftsperspektive für eine Welt des 22sten Jahrhunderts.

Nach der Darstellung von ideologischen Machtkämpfen und utopischen Ideen der Vergangenheit würden wir uns gerne einer Sicht auf die Gegenwart zuwenden und – gemeinsam mit dem Publikum – versuchen aufzurollen, wie wir in neue geopolitische und bevorstehende Ideologien verwickelt sind und hypothetisch über neue daraus entstehende kulturelle Produktion spekulieren.
Die Kuratorin und Koordinatorin des Projektes “Rethink open-form: 60s / 70s residential areas as settlements for micro-democracies” des Zentrums für Kunst und Urbanistik (Berlin), Olesia Vitiuk wird uns durch die Diskussion zum Verständnis über die Gegenwart leiten. Vitiuk wird uns einen Einblick in die ersten Schritte der Gruppenforschung geben, die die Wohngegenden der 60er und 70er Jahre, mit einem Fokus auf den Status Quo der Karl-Marx-Allee (section II) in Berlin untersucht.

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dem Ort:

Dieser Raum wurde nach Eberhard Roters (1929 Dresden – 1994 Berlin), dem Gründungsdirektor der Berlinischen Galerie, benannt. Spendenmittel von Privatpersonen und Firmen haben seinen Ausbau möglich gemacht. Der Raum hat mehrere Funktionen: Hier werden in den Schränken Bestände der Grafischen Sammlung und der Architektursammlung aufbewahrt und gleichzeitig Ausstellungen aus allen Sammlungen des Hauses gezeigt. Zudem können sich hier interessierte Museumsbesucher nach eigener Wahl Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien, Architekturzeichnungen und –entwürfe vorlegen lassen.

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World of Noon wird großzügigerweise von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert. Das Projekt “A Stone from the Moon – Ecumenopolis“ wird großzügigerweise von dem Mondriaan Fund, Amsterdam und CBK, Rotterdam (NL) unterstützt.

 

World of Noon #3, Berlinische Galerie © ABA

World of Noon #3, Berlinische Galerie © ABA

World of Noon #3, Berlinische Galerie © ABA

World of Noon #3, Berlinische Galerie © ABA

World of Noon #3, Berlinische Galerie © ABA