Lab

If Mind Were All There Was

27 Okt – 22 Dez 2013

Die Ausstellung If Mind Were All There Was im Kunstverein Göttingen führt die Arbeiten und die daran gebundenen Produktionsweisen von 10 Internationalen KünstlerInnen, Künstlerkollektiven, AutorInnen, DesignerInnen und KuratorInnen zusammen. Gemeinsam ist ihnen ein Lebensmittelpunkt in den Niederlanden und eine intensive Recherchezeit in Deutschland:

ADA /Area for Debate and Art (NL, SRB, UK),
Lonnie van Brummelen & Siebren de Haan (NL),
Florian Göttke (D),
Koehorst In’t Veld (NL),
Wendelien van Oldenborgh (NL),
Anna Okrasko (PL),
Steve Rushton (UK),
Martine van Kampen (NL),
Stijn Verhoeff (NL),
und Katarina Zdjelar (SRB).

In Zusammenarbeit mit AIR Berlin Alexanderplatz wird die Ausstellung eine Auswahl von Werken präsentieren, welche das Recherchieren in Zusammenhang mit Künstlerischen Produktionen thematisiert.

Die Themen der hier zusammengetragenen Arbeiten reichen von der Erforschung des urbanen und öffentlichen Raumes, über Migration und sozialen Dimensionen der Kommunikation, hin zu dem Archiv als kollektivem Gedächtnis.

Im Kontext der Stadt Göttingen mit seiner angesehenen Universität erforscht dieses Ausstellungsprojekt verschiedene Begrifflichkeiten des Recherchierens innerhalb der Bildenden Kunst.

Dass gegenwärtig die Aneignung wissenschaftlicher Methoden durch Kunstschaffende dazu führt, neue, manchmal futuristische aber vor allem enthusiastische Thesen unseres Engagements mit der Welt aufzustellen, macht diese Ausstellung so besonders reizvoll für die Kunstinteressierten der Stadt Göttingen.

Feldforschung, Archivrecherche, Thesenaufstellung und das Neuerfinden manches ‚ad acta’ gelegten Materials hat Mika Hanula so treffend mit ‚methodologischer Reichhaltigkeit’ der gegenwärtigen auf Recherchen basierenden Kunstpraktiken umschrieben, und somit in einen produktiven Kontrast zu den traditionellen wissenschaftlichen Methoden gesetzt.

Texte von Philosophen wie Paul Feyerabend (Against Method) und Bruno Latour (Laboratory Life: The Social Construction of Scientific Facts), die statische Auffassungen der Begriffe ‚Methode’ und ‚Tatsache’ hinterfragen, verleihen dem subjektiven, interdisziplinären und experimentellen Recherchieren innerhalb des gegenwärtigen künstlerischen Arbeitens besondere Relevanz.

In einer Zeit, in welcher dem Sammeln und Verbreiten von Wissen keine Grenzen gesetzt zu sein scheint, wird die Ausstellung If Mind Were All There Was künstlerische und Kunst-Vermittelnde Positionen zusammenbringen, welche die Verbindungen zwischen Kunst und Academia auf besondere Weise im Kunstverein und in der Stadt Göttingen aktivieren.

In den Kabinettartigen Räumen des Kunstvereins werden filmische, graphische und skulpturale Positionen präsentiert. In der zentralen Halle fügen sich weitere Ebenen der Präsentation und Repräsentation der oben beschriebenen Themen zusammen.
Neben der Ausstellung sind Salonabende und Stadtführungen in Zusammenarbeit mit Göttinger Wissenschaftlern und Kunstschaffenden geplant. Zur Ausstellung ist ein Reader geplant.